Und weiter im ICW durch die Südstaaten…

Nach den wunderschönen und beeindruckenden Fahrten durch den Virginia Cut, den Albermale Sound, dem Aligator River und Pungo River erreichen wir Ende September Beaufort NC. Dort sind wir schon einmal von See her angekommen. Nach der Überfahrt von den Bahamas. Wir beschließen ein paar Tage zu bleiben und von hier aus Malte zum Flughafen zu bringen. Wir genießen die Zeit in den Kneipen mit Live Musik, füllen die Vorräte auf und reparieren die Schäden, die uns bei den Berührungen mit diversen Brücken und deren ungenauen Angaben/Tafeln entstanden sind.

Nachdem Malte gebührend verabschiedet worden war, verlassen Theresa und ich Beaufort NC in den frühen Morgenstunden am Dienstag, den 01.10.2019. Wir wollen wieder auf das Meer und segeln bis kurz vor Wilmington, gut 60 Seemeilen. Das Wetter stimmt, der Wind ist perfekt und wir packen den Spinnacker (Parasailor) aus. Wir erreichen gegen Abend das Masonboro Inlet und gehen in Whrightsville Beach vor Anker. Viele Delphine tummeln sich hier und wir genießen einen stimmungsvollen Vater/Tochter Abend…..(-:

Am nächsten Morgen wollen wir innerhalb des ICW nach Southport NC. Dieser Weg führt uns durch den sogenannten „Snows Cut“ mit einer Brücke durch welche wir wieder nicht hindurch kommen. Wir ankern in der Bucht nebenan und hoffen auf die „low tide“. Nach knapp 4 Stunden geht es weiter und diesmal passen wir unten durch! Etwas später als geplant kommen wir in Southport NC an, machen an der Tanke fest und gehen in das Restaurant FishyFishy und essen…..natürlich was der Name hergibt.

Heute wollen wir Meilen machen, tanken und legen ab. Eine Menge Brücken stehen auf dem Plan, aber die Tide nimmt die nächsten 6 Stunden stetig ab und wir passen überall durch. Wenn auch manchmal nur knapp. Unsere, zum Glück flexible, VHF Antenne muss sich manchmal einem knapp 90 Grad Winkel beugen.

Gegen Nachmittag kommt’s dann dicke! Ein Schubverband kommt um die Kurve, er ist mehrere hundert Meter lang und bittet per Funk um Platz. Natürlich machen wir uns klein und ändern unseren Kurs zur rechten Kanalseite. An der engsten Stelle passierte es dann, wir laufen mit 5 kn brutal auf Grund. Der Schleppverband sieht das natürlich sofort und die vier Begleitboote lassen die Muskeln spielen. Die Motoren heulen auf, schwarzer Dieselruß steigt auf und sie versuchen die Pontons etwas zur Seite zu schieben, so dass sie uns nicht touchieren. Wir versuchen frei zu kommen, haben aber selbst bei Vollgas keine Chance. Wir versuchen uns etwas zu drehen und siehe da, mit Hilfe des zwei Knoten starken Stromes gelingt es uns frei zu kommen. Nun sind wir aber dem Schubverband recht nahe gekommen und der letzte Schlepper rettet uns, in dem er das Heck der Pontons mit Volldampf von uns weg bugsiert. Die Crew schreit rüber ” das war die Hölle!” Sie sind froh, dass alles gut gegangen ist und wünschen uns gute Weiterfahrt. Puh, das war knapp. Wir biegen um die nächste Ecke, legen an einem Steg an, kochen und verarbeiten den Tag.

Heute ist Freitag und wir möchten bis Georgetown SC kommen. Wir reservieren zwei Nächte in der Marina. Die Fahrt dorthin war eine der eindrucksvollsten bisher: phantastische Natur, tolle Farben, sogar Alligatoren haben wir gesichtet. Überwältigend schön ist das Waccamaw Int. Wildlife Refuge. Nach sieben erfolgreich absolvierten Brückenmanövern stoppt uns die letzte an diesem Tag kurz vor unserem Ziel. Macht nix, sind ja nicht auf der Flucht…! Nach gut zwei Stunden Ankern ist das Wasser soweit abgeflossen, dass es gerade passt. Bis wir die Marina erreichen, ist es natürlich zu spät, niemand mehr da. Macht nichts, selbst angelegt, festgemacht und Fisch essen gegangen. Und unter uns weilt ein Alligator, der sich die Essensreste der Gäste einverleibt. Nur mit der Ketchup Flasche hat er Probleme, sie schwuppt immer wieder an die Wasseroberfläche hoch. Wahrscheinlich ist sie leer…! Wir verbringen zwei sehr schöne und überraschende Tage in Georgetown. Ein toller Kneipenabend mit Livemusik krönt unseren Abschied.

Weiter geht’s Richtung Charleston SC durch den Cape Romain National Wildlife Refuge zu den Isle of Palmes. Auf dem Weg durch diese einmalig wunderschöne Gegend fliegt uns plötzlich die Pfanne durch die Küche. Mist, nicht aufgepasst, aufgelaufen! Aber wir kommen frei und steuern ab sofort wieder super genau in der Kanalmitte. Und was soll ich sagen, wieder mal die letzte Brücke an diesem Tag und wieder das gleiche Spiel. Wir oder die Tide zu hoch oder die Brücke zu tief……Wir ankern an Ort und Stelle, kochen, hören Musik und bleiben über Nacht. Neuer Tag, neues Glück…wir haben jetzt low tide und auf geht’s nach Charleston SC.

In der 1670 gegründeten Stadt mit Pferdekutschen, pastellfarbenen Häuser und Kopfsteinplaster erwartet uns ein sicherer Ankerplatz vor der City Marina. Diese ehemalige Metropole der Südstaaten war Dreh- und Angelpunkt des Sklavenhandels in den britischen Kolonien.

Das Eisen fällt…welcome Charleston SC…hier bleiben wir für’s Erste.!


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